Die Geschichte des Jiu-Jitsu (Quelle teilweise Wikipedia mit freundlichem Dank)
Entstehung in Japan 

Die genaue Herkunft der antiken Kampfkunst Koryu Ju Jutsu (Jiu Jitsu) – früher auch Yawara, Tai Jutsu, Kenpo, Hakuda, Aiki [Ju] Jutsu, Kogusoku, Koshi No Mawari, Kumi Uchi, Torite, Shubaku etc. genannt – ist heute kaum eindeutig feststellbar. Selbst Jigoro Kano schrieb, dass viele zu gerne ihre „eigene“ Entstehungsgeschichte darstellen und dadurch die eigentliche Herkunft verschleiert bleibt. Anschließend beschreibt er mögliche Entstehungsarten und -mythen. In einer dieser Entstehungsmythen wird das Grundprinzip des Jiu Jitsu „Nachgeben, um zu siegen“ besonders deutlich:

Darin heißt es, dass Akiyama Shirobei Yoshitoki (ein im 16. Jahrhundert in Nagasaki lebender Arzt) auf seiner Studienreise durch China in Klöstern neben medizinischem Wissen auch Unterricht im waffenlosen Nahkampf (Hakuda/Baida) erhielt. Dabei stellte er die körperliche Stärke als Voraussetzung zur Ausführung der Techniken fest. Zurück in Japan, unterrichtete Akiyama das aus China mitgebrachte Hakuda, doch viele seiner Lehrlinge wandten sich von diesem Kraft-betonten System ab. Eines Winters dann beobachtete Akiyama, wie die massiven starren Äste einer Kiefer unter der Last herunterkommender Schneemassen brachen, während sich die dünnen Äste einer daneben stehenden Weide unter der Last des Schnees so lange herunterbogen, bis der Schnee abglitt, um sich dann unversehrt wieder aufzurichten. Inspiriert von dieser Beobachtung, gründete er die erste Schule der „Wissenschaft von der Nachgiebigkeit“ und nannte sie Yoshin-Ryu (Weiden-Schule).

Entwicklung in Deutschland 

Die Geschichte des Jiu Jitsu in Deutschland ist zum einen eng mit dem Namen Erich Rahn, zum anderen eng mit der Geschichte des Kōdōkan-Jūdō verbunden. Rahn, der aus einer angesehenen Berliner Kaufmannsfamilie stammte, war durch die bis nach Asien reichenden Beziehungen seines Vaters schon als Kind mit Japanern in Kontakt gekommen, von denen er ein wenig Jiu Jitsu lernte. Rahn sah Higashi bei einem Auftritt im Zirkus Schumann in Berlin, bei dem Higashi im Kampf einen scheinbar überlegenen Mann durch Jiu-Jitsu-Techniken zu Boden brachte. Rahn wurde Higashis Schüler und eröffnete noch im selben Jahr (1906) im Alter von 21 Jahren in einem Hinterzimmer einer Kneipe in Berlin-Mitte die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule. Für ihn stand die Selbstverteidigung dabei im Vordergrund, die hinter dem Budo stehende Philosophie spielte kaum noch eine Rolle. Mit der „Verwestlichung“ fanden auch immer mehr Ringergriffe, Boxschläge und Kraftanwendung Eingang in das Jiu Jitsu.

Durch Vorführungen und Kämpfe wurde die Polizei auf Rahn aufmerksam, und am 30. Juni 1910 schließlich führte Rahn im Königlichen Polizeipräsidium das Jiu Jitsu vor, woraufhin ihm die Durchführung der neu angeordneten Jiu Jitsu Ausbildung der Berliner Kriminalpolizei und später die der Schutzpolizei übertragen wurde. 1913 folgt der Lehrauftrag für Jiu Jitsu an der Militärturnanstalt Berlin.

Zur Zeit des Ersten Weltkriegs (1914–1918) ruhte die Entwicklung des Jiu Jitsu vollkommen und wurde erst 1919 wiederaufgenommen. Während der 1920er-Jahre gab Rahn wiederholt Jiu-Jitsu-Vorführungen in Varietés und Zirkussen in ganz Deutschland, bei denen er gegen berühmte Ringer und Boxer kämpfte und Herausforderungen von jedermann annahm. Von diesen öffentlichen Kämpfen zog sich Rahn erst 1925 im Alter von 40 Jahren zurück – unbesiegt. 1920 hatte er außerdem in Berlin-Schöneberg den „Ersten Berlin-Jiu-Jitsu-Club“ gegründet, und 1922 gründete er den „Zentralverband der Deutschen Jiu-Jitsu-Kämpfer“.

1923 wurde von Erich Rahn der „Reichsverband für Jiu Jitsu“ – der heutige „Deutsche Jiu-Jitsu Ring Erich Rahn e. V.“ – gegründet; erster Vorsitzender wurde Walter Strehlow. 1926 fand in Köln die erste deutsche Einzelmeisterschaft im Jiu Jitsu statt. 1929 folgten im Frankfurter Palmengarten zwischen dem Budokwai London und dem Ersten Deutschen Jiu-Jitsu-Club e.V. Frankfurt am Main die ersten internationalen Judo-Wettkämpfe statt. Bei den Regelabsprachen zwischen Meister Koizumi und Marcus Kaye für London und Alfred Rhode, Edgar Schäfer und Philip Breitstadt für Frankfurt wird deutlich, dass sich das Jiu Jitsu nicht gut für einen direkten Vergleichswettkampf eignet, da es hauptsächlich auf Selbstverteidigung ausgerichtet ist.

Obwohl 1930 in Deutschland bereits 110 Jiu-Jitsu-Vereine registriert waren, ging die Tendenz nun vom Jiu Jitsu zum von Kano entwickelten Judo hin. 1933 gründete Alfred Rhode die Europäische Judo-Union (EJU), wodurch Jiu Jitsu und Judo erstmals organisatorisch voneinander getrennt wurden. Die Selbstverteidigung aus J. Kanos System behielt den Namen Jiu Jitsu, während der wettkampfsportliche Teil den Namen Judo bekam. Noch im selben Jahr kam Kano nach Deutschland und hielt mit seinen Schülern Dr. Takasaki, Kotani und Dr. Kitabatake vom 11. bis 22. Juli in Berlin an der Humboldt-Universität und vom 11. bis 18. September in München zwei Lehrgänge ab. Nach einem Gespräch zwischen Kano und dem damaligen Reichssportführer wurde die Bezeichnung „Judo“ amtlich in ganz Deutschland eingeführt.

Von 1939 bis 1945 fand kriegsbedingt keine Weiterentwicklung des Kampfsports statt, und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden durch die Direktive Nr. 23 bezüglich der Beschränkung und Entmilitarisierung des Sportwesens in Deutschland des Kontrollratsgesetzes unter anderem auch Jiu Jitsu und Judo von den Alliierten sowohl in Deutschland als auch in Japan verboten. Erst nach langen Verhandlungen wird 1949 die Direktive Nr. 23 nach und nach in allen Besatzungszonen aufgehoben und zuerst das Training des Judo und später auch des Jiu Jitsu wieder freigegeben. Im Alter von 65 Jahren wiedereröffnete Erich Rahn 1950 seine Schule in Berlin-Schöneberg, die 1944 zerbombt worden war.

Erich Rahn starb am 5. Juli 1973.

 

Prinzip und Technik 

Jiu Jitsu ist eine alte japanische Kampfkunst und gilt als eine der ältesten und „ehrwürdigsten”. Die geistig-philosophische Seite (siehe Ehrenkodex Bushidō) ist genauso Teil der Sanften Kunst wie der technische Aspekt, wobei die traditionelle Seite der Kampfkunst mit der modernen Hand in Hand geht. Traditionelle Elemente − wie die Verbeugung und die Übung in Kata – stellen genauso wie fortschrittliche Elemente − zum Beispiel Gürtelgrade entsprechend der Beherrschung der Kampfkunst und Wettkämpfe – ein Teil des Gesamtsystems Jiu Jitsu dar. (Einige Schulen lehnen Wettkämpfe ab, da dafür eine starke Einschränkung der Möglichkeiten des Jiu Jitsu notwendig ist, um Verletzungen im Wettkampf zu vermeiden.)

Innerhalb des Systems Jiu Jitsu erlernt ein Schüler zunächst Kihon (jap. Grundschule), bestehend aus Schlag- und Stoßtechniken sowie Tritt- und Beintechniken, und auch die Fallschule als Voraussetzung für ein verletzungsarmes Training. Weiter wird die Anwendung von Würfen, Hebeln und Festlegetechniken sowie die waffenlose Verteidigung gegen alltägliche Angriffe (wie beispielsweise gegen Würgen, Handgelenk- und Kragenfassen, Schlag-, Tritt- und Waffenangriffe, etc.) und Bodenkampf unterrichtet. Auch die allgemeine Fitness wird durch intensives Fitnesstraining am Anfang jedes Trainings gefördert.

Jiu Jitsu als Basis weiterer Kampfkünste 

Aus dem Jiu Jitsu entwickelten sich im Laufe der Zeit weitere Kampfkünste, durch besondere Betonung auf einzelne Aspekte des Gesamtsystems Jiu Jitsu oder durch Mischung mit anderen Kampfkünsten:

  • Jūdō ist ein wurflastiger Stil des Jiu Jitsu, der Anfang des 20. Jh. entstand. Jigorō Kanō entwickelte Jūdō als attraktive Kampfkunst für die moderne japanische Gesellschaft sowie als Nahkampfsystem für die Tokioter Polizei. Dabei handelt es sich um ein Extrakt aus dem Jiu Jitsu, welches sich vornehmlich aus Wurf-, Würge-, Hebel- und Haltetechniken zusammensetzt. In Europa herrscht das Wettkampfjudo vor, im traditionellen Judo von Kano hingegen gibt es weiterhin Schlag-, Stoß-, und Tritttechniken, außerdem wird Wert auf eine Ausbildung im Kuatsu (Kunst der Wiederbelebung) gelegt.
  • Beim Aikidō stehen ausladende, runde Bewegungen und Hebeltechniken im Vordergrund. Morihei Ueshiba entwickelte es aus dem Daito Ryu Aiki Ju Jutsu, das ihm von einem Mitglied des Hauses Takeda vermittelt wurde. Aikido betont das Aufnehmen und Umkehren des Angriffs sehr stark.
  • Einige Karatedō Ryu (jap. Stile) sind aus Einflüssen des Jiu Jitsu und Kung Fu entstanden und werden technisch durch Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfeger charakterisiert.
  • Deutsches Ju Jutsu ist ein junges, aus traditionellem Jiu Jitsu und vielen anderen Einflüssen zusammengesetztes System, das in Deutschland entwickelt wurde. Zur Abgrenzung vom Jiu Jitsu wird eine andere Transkription für dieselben Kanji benutzt.
  • In Brasilien ist das Brasilianische Jiu Jitsu sehr verbreitet, das eine Version des Jiu Jitsu mit Fokus auf den Bodenkampf darstellt.


Training im SC Allgäu


Jiu Jitsu im Sportclub Bliem
Alois Bliem 10. Dan Jiu Jitsu
Alois Bliem begann 1952, in der zu dieser Zeit einzigen Jiu-Jitsu Schule Münchens bei Herrn A.Becker die Budo Sportart Jiu-Jitsu zu erlernen und legte in den folgenden Jahren seine Schülerprüfung in dem damals größten Verband für waffenlose Selbstverteidigung DVWS ab. In den darauf folgenden Jahren erwarb er sich durch zahlreiche Lehrgänge und Kämpfe auf nationaler und internationaler Ebene die erforderlichen Kenntnisse und Vorraussetzungen für das internationale Trainer-Diplom der I.B.F. Nach einem Schulwechsel war er in der Folgezeit maßgeblich am Aufbau der größten Jiu-Jitsu Schule Münchens beteiligt und in dieser bis zum Jahre 1965 als Trainer für Kinder, Erwachsene und Ausbilder der Münchner Polizei tätig.
Zwischenzeitlich hatte er in verschiedenen Budo-Sportarten seine Meisterprüfung (1.Dan) abgelegt.
1966 eröffnete er seine eigene Budo Sportschule und ist seit diesem Zeitpunkt hauptberuflich als Sportlehrer tätig. 1968 wurde er mit sehr gutem Erfolg zum internationalen Budosportlehrer der I.B.F. geprüft. 1977 erfolgte dann die Eröffnung des Sportclubs im Allgäu, der sich unterdessen zu einem wichtigen Treffpunkt, nicht nur für Mitglieder, sondern auch für Sportkollegen aus dem In- und Ausland entwickelt hat. In diesen Jahren war Herr Bliem auch als Funktionär für den weiteren Ausbau und die Verbreitung des Budo-Sportes tätig. Neben verschiedenen Ämtern war er stellvertretender Präsident des DVWS, vom Jahre 1974 bis 1978 Bundes-Disziplin-Präsident Jiu-Jitsu, 1978 Gründungsmitglied der BFO (Budo-Förderungs-Organisation), Technischer Direktor und Prüfungsbeauftragter dieser Organisation. Wenn man nun seinen heutigen Stand im Budo-Sport betrachtet, - 10.Dan Jiu-Jitsu, 3.Dan Judo, 2.Dan Karate, 1.Dan Taek-won-do, 1.Dan Aikido - so kann mit Recht behauptet werden, dass Herr Alois Bliem in Deutschland einer der Pioniere des Jiu-Jitsu Sportes, und heute als einer der höchsten Danträger Deutschlands als hochqualifizierter Budo-Lehrer bestätigt ist.


Alois Bliem

Ein gesunder Körper und ein gesunder Geist,
gehören zum Wertvollsten 
was ein Mensch verlieren kann.
Es lohnt sich, alles dafür zu tun
beides zu erhalten.
 Alfred Bliem 5. Meistergrad Jiu Jitsu

Afred Bliem begann in seinem 4. Lebensjahr in der Schule seines Vaters Alois Bliem in München den Weg vom Schüler zum Meister. Nach 10 Jahren Ausbildungszeit schloss er seine Jugendlaufbahn mit dem erreichen des Jugendmeistergrades 1977 , damals noch im Deutschen Verband für waffenlose Selbstverteidigung, DVWS e.V., ab.
Von diesem Zeitpunkt an wirkte er in den laufenden Jugendkursen als Traineranwärter mit und verfolgte seine Ausbildung zum 1.Dan Jiu-Jitsu weiter. Diesen erreichte er im Juli 1983 und übernahm damit als eigenverantwortlicher Trainer der BFO (Budo Förderungs Organisation) die Kursleitung im Sportclub Allgäu.
Von 1980 bis 1983 unterstützte er die Ausbildung der regionalen Polizeikräfte. 1987 bestätigte Alfred Bliem seinen Kenntnisstand mit Erreichung des 2.Dan Jiu-Jitsu. Die Prüfung zum 3.Dan Jiu-Jitsu erfolgte 1992. Seit 1983 ist er als Prüfer der BFO tätig und wertete in fast 100 Prüfungen ca. 1700 Schüler.
Der 4.Dan Jiu-Jitsu, und damit verbunden das Fachlehrer - Diplom Jiu-Jitsu der BFO, wurde ihm 1996 verliehen. 
Der Ehrengrad 5.Dan Jiu Jitsu wurde auf Antrag des Dan Kollegiums der BFO von Präsident Dr. Hermann Heiss 2007 für besondere Verdienste um den Budo Sport verliehen.

Ebenfalls 2007 gründete er in Bad Wurzach eine neue Jiu Jitsu Schule. 

2008 wurde er als Jiu Jitsu Schulbeauftragter in der Grund und Hauptschule Reichenhofen zur Projektausbildung "Bushido - Jiu Jitsu Wertetraining" berufen.

Derzeit betreut Alfred Bliem den Sportclub Bliem Leutkirch - mit wöchentlich 9 JJ - Kursen, den Sportclub Bliem Bad Wurzach mit 4 JJ Kursen und die Schule Reichenhofen mit einem Projektkurs. Ferner betreut er ein Schulprojekt in Aitrach und Arnach.

 

In einer Zeit, geprägt durch dahinrasenden Fortschritt und Entwicklung,
ist Jiu-Jitsu die Insel,
auf der man die Kraft erhält,
den rechten Weg zu finden.


Alfred Bliem

Jiu-Jitsu: für wen und warum?

Jiu-Jitsu - Die sanfte Kunst verleiht Frauen, Männern sowie Kindern und Jugendlichen vor allem Sicherheit, Selbstvertrauen, Reaktionsvermögen, hilft bei motorischen Schäden und beugt schlechter Haltung vor. Es fördert die Beweglichkeit, baut Aggressionen ab, nimmt Prüfungsängste, hilft die eigene Leistungsfähigkeit objektiv einzuschätzen. Es unterstützt den Weg zu einer gesunden Figur, bringt Erfolgserlebnisse und hält den Geist jung.
Mit Jiu-Jitsu kann jeder für sich profitieren, es gibt keine Altersgrenze. Im Jugendbereich ist vor allem die Förderung geistiger und charakterlicher Entwicklung im Sinne des "Bushido" dem Weg des Ritters hervorzuheben. Das bedeutet das Erlernen hoher Werte wie Respekt, Höflichkeit, Bekämpfung übertriebener Selbstdarstellung und überzogenem Egoismus.


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